Aus den Genossenschaften, BEG 58, Solar
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Zehn Jahre BEG 58: Aktive und Ideen gesucht

Mitmach-PV: Mitglieder der BEG 58 bauen eine Solaranlage auf. Bild: BEG 58

Für den 13. Februar hat die BürgerEnergieGenossenschaft (BEG 58) aus Wetter an der Ruhr zu einem Online-Strategietreffen eingeladen. Mehr als 400 Mitglieder sind dazu aufgerufen, Ideen für die Weiterentwicklung des Unternehmens einzubringen oder unentgeltliche Tätigkeiten zu übernehmen. Zu besetzen sind aktuell die Patenschaften für fünf Solaranlagen – sowie perspektivisch zwei der vier Vorstandsämter: Rolf Weber und Rudolf Lüneborg wollen sich zum Jahresende 2022 aus dem Gremium zurückziehen.

Immerhin genug Zeit für die beiden Gründungsmitglieder, um potenzielle NachfolgerInnen einzuarbeiten. Die werden einiges zu überblicken haben: 116 Solaranlagen hat die Genossenschaft zwischen Bochum, Schwelm und Iserlohn binnen zehn Jahren finanziert und errichtet. 2020 packten 25 Mitglieder selbst mit an und bauten gemeinsam mit den Fachfirmen neun Anlagen mit 320 kWp Photovoltaik-Leistung hinzu. „Mitmach-PV“ brachte einerseits Spaß, Wissen und gute Presse. Andererseits ging es nicht ohne: Die unentgeltliche Hilfe der BEG-Mitglieder und die Offenheit der Fachfirmen für externe Hilfskräfte verhalfen den neuen Anlagen über die Wirtschaftlichkeitshürde, schreibt der Vorstand in seinem Januar-Newsletter.

MitmacherInnen willkommen

Darin kommen auch weitere Herausforderungen zur Sprache. So sorgt die Einspeisevergütung als Geschäftsmodell allenfalls noch für maßvolle Renditeerwartungen: Zahlten sich die Mitglieder für das Geschäftsjahr 2019 noch 3,2 Prozent Dividende aus, soll auf dem Strategietreffen auch eine Senkung der Zielrendite zur Diskussion gestellt werden. Finden sich Mitglieder, die jährliche Inspektionen unentgeltlich durchführen? Ist ein Einstieg in die Windkraft interessant? Fragen, die ebenfalls im Raum stehen werden.

Ohnehin liegt der Fokus nicht auf Gewinnmaximierung, eine ethische Wirtschaftsweise gehört zum Leitbild: Die BEG-58 führt eine Gemeinwohl-Bilanz; Beiräte für Gemeinwohl und seit 2020 auch für Gender-Gerechtigkeit entwickeln Ideen, um sozial wie ökologisch nachhaltiger zu wirtschaften – und mehr Frauen für die Bürgerenergiegenossenschaften zu begeistern. „Die Energiewende ist eine Herausforderung, die wir nur gemeinsam meistern werden – gesamtgesellschaftlich und Generationen übergreifend“, schreibt die Aufsichtsratsvorsitzende Beate Petersen.

1 Kommentare

  1. Klaus-Dieter Röllke sagt

    Als wesentlicher Anreiz, wie auch in den Flyern in der Vergangenheit dargestellt, sollte die DREI vor dem Komma unbedingt erhalten bleiben!
    Eine Kontinuität halte ich ausschließlich für Zielführend und es sollten keinerlei Experimente das bisher erreichte verwässern.
    „Schuster bleib bei deinem Leisten“ hat auch heute oder erst recht heute immer noch Berechtigung.
    Anders-höher-weiter-mehr ist für unseren Planeten nicht verkraftbar.
    Die bisherige Erfahrung in zehn Jahren sollte dazu beitragen das
    Solidität erhalten und weiter ausgebaut wird.
    Sonnige Grüße von

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